Institut Kirchhoff Berlin GmbH

Tropanalkaloide

Stand: 03.2016

Hintergrund

Tropanalkaloide (TA) sind natürliche Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen wie Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche. In Pflanzen wurden insgesamt bisher mehr als 200 verschiedene TA identifiziert. Durch die Verunreinigung von Getreide (bekannt beispielsweise bei Buchweizen und Hirse) mit Samenkörnern von Bilsenkraut oder Stechapfel können Tropanalkaloide auch in getreidebasierten Lebensmitteln vorkommen. Tropenalkaloide werden in der Medizin (z. B. in der Augenheilkunde oder zur Behandlung von Krämpfen) eingesetzt.

Toxikologische Einstufung

Die am gründlichsten erforschten Tropanalkaloide sind (-)-Hyoscyamin und (-)-Scopolamin. Atropin ist das racemische Gemisch aus (-)-Hyoscyamin und (+)-Hyoscyamin, wovon nur das (-)-Hyoscyamin-Enantiomer anticholinerge Wirkung aufweist. Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung können TA bereits in niedriger Dosierung die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem beeinflussen; Benommenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit sind typische Symptome.

Tropanalkaloide

Rechtliche Einstufung

Für die Risikobewertung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine akute Referenzdosis (ARfD) als gesundheitsbezogenen Richtwert in Höhe von 0,016 µg/kg Körpergewicht (KG), bezogen auf die Summe von (-)-Hyoscyamin und (-)-Scopolamin, abgeleitet (Gruppen-ARfD). Das CONTAM-Gremium kam zu dem Schluss, dass angesichts der begrenzten verfügbaren Informationen die Exposition von Kleinkindern über die Nahrung die Gruppen-ARfD deutlich überschreiten könnte.
Daher ist in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 ein Höchstgehalt für Atropin und Scopolamin von je 1,0 µg/kg für Getreidebeikost und andere Beikost, die Hirse, Sorghum, Buchweizen oder daraus gewonnene Erzeugnisse enthält, festgelegt.

Analytik

Bestimmt werden die Tropanalkaloide Atropin (Racemat aus (-)-Hyoscyamin und (+)-Hyoscyamin) und Scopolamin mittels HPLC-MS/MS unter Verwendung isotopenmarkierter interner Standards. Das Verfahren zur Extraktion und Aufreinigung der Extrakte ist an die in der Pflanzenschutzmittel-Analytik international etablierte QuEChERS-Methode angelehnt. Mit der im IKB etablierten Analysenmethode können Atropin und Scopolamin bereits ab einem Gehalt von 0,3 µg/kg quantifiziert werden.

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