Institut Kirchhoff Berlin GmbH

Weichmacher

 Stand: 10.2016

Hintergrund

Weichmacher werden vor allem Kunststoffen zugesetzt, wodurch diese ihre gewünschten elastischen Eigenschaften erreichen. Sie finden aber auch Anwendung in Lacken, Anstrich- und Beschichtungsmitteln, in Produkten aus Gummi oder Kautschuk sowie in Dichtungsmassen und Textilien. Beim Einsatz von Weichmacher wird unter der inneren und äußeren Weichmachung unterschieden. Bei der inneren Weichmachung sind die Weichmacher chemisch gebunden, wodurch kaum bzw. keine Diffusion aus dem Kunststoff hervorgerufen wird. Bei der Verwendung einer äußeren Weichmachung sind die Weichmacher nicht chemisch, sondern nur physikalisch mit dem Polymer verbunden und können somit aus dem Material migrieren. Speziell für Lebensmittel ergeben sich zahlreiche Kontaminationsquellen durch die Migration bei der Produktion (Schläuche oder Sammelbehälter), durch Verschlüsse (Twist-off-Deckel) sowie Verpackungen aus Kunststoffen.  Zudem gelangen Weichmacher durch den Einsatz in Druckfarben und Dispersionsklebstoffe über den Papierrecyclingkreislauf in die Verpackungsmaterialien. 

Toxikologische Einstufung

Viele Weichmacher werden als gesundheitsschädlich eingestuft und haben unterschiedliche Wirkungen auf den Organismus. Einige Vertreter werden als endokrine Disruptoren bezeichnet, die eine  Veränderung des Hormonsystems herbeiführen. Andere Weichmacher stehen im Verdacht lebertoxisch sowie Auslöser für Diabetes, Krebs, Unfruchtbarkeit und Fettleibigkeit zu sein. Für diverse Weichmacher in Verpackungen von Lebensmitteln existieren zwar Grenzwerte, allerdings nimmt der Mensch Weichmacher nicht nur über Lebensmittel, sondern auch über die Atemluft und die Umgebung auf. Aufgrund der toxikologischen Einstufung ist der Einsatz einiger Weichmacher in manchen Produkten wie in Spielzeug, Babyartikeln, Kosmetika oder Lebensmittelverpackungen verboten. 

Bislang bezieht sich die Bewertung der Toxikologie nur auf einzelne Weichmacher. Zur Beurteilung des Zusammenwirkens mehrerer Weichmacher will die EU in der Zukunft Grenzwerte für Gruppen festlegen.

Rechtliche Einstufung

Die rechtliche Grundlage für die Bewertung von Phthalaten in Bedarfsgegenständen bildet die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004. Als Einzelmaßnahme dieser Verordnung sind Kunststoffe speziell in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 umgesetzt. Für Weichmacher sind in Anhang I Tabelle 1, neben den spezifischen Migrationsgrenzwerten und Gruppenbeschränkungen, auch weitere Beschränkungen, wie z.B. die Verwendung bestimmter Weichmacher nur in fettfreien Lebensmitteln (z.B. DEHP), aufgeführt. Die Gruppenbeschränkung (Nr. 32 in Tabelle 2 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011) gilt für alle in dieser Verordnung genannten Weichmacher als Summe mit einem spezifischen Migrationswert von 60 mg/kg. Für die Phthalate DINP und DIDP gilt außerdem eine Gruppenbeschränkung (Nr. 26 in Tabelle 2 der Verordnung (EU) Nr. 10/2011) in der Summe von 9 mg/kg.

Der Bundesverband Naturkost und Naturwaren (BNN) hat im März 2016 seine Richtwerte bezüglich Weichmacher in Bio-Ölen und –Fetten aktualisiert. Zur Minimierung von Weichmachereinträgen wird als gute Herstellerpraxis neu festgelegt, dass in der gesamten Prozesskette auf Gegenstände aus Weich-PVC verzichtet wird. Die Richtwerte für DEHP und DBP werden auf jeweils 1 mg/kg abgesenkt. Ab Analysenergebnissen von 1 mg/kg ist eine Ursachenrecherche empfehlenswert. Bei Überschreitung der Richtwerte sind Öle bzw. Fette nicht mehr für den Naturkosthandel geeignet. Für alle anderen Adipate und Phthalate gilt weiterhin ein Richtwert von 5 mg/kg. Bei diesen Richtwerten handelt es sich um vom Handel selbst auferlegte Vorgaben. Alle rechtlichen Vorgaben sind weiterhin einzuhalten.

Analytik

Für die Bestimmung von Weichmacher in Lebensmitteln und Lebensmittelverpackungen bieten wir ein breites Substanzspektrum über Phthalate, Adipate, Citrate und Phosphate an. Die Weichmacher in Lebensmitteln werden aus der homogenisierten Probe mit einem Cyclohexan/Ethylacetat-Gemisch extrahiert. Je nach Matrix wird die Probe zusätzlich mittels Gelpermeationschromatographie aufgereinigt. Die Quantifizierung erfolgt über die Methode des Internen Standards mittels GC-MS. Mit der im Institut Kirchhoff Berlin GmbH etablierten Analysenmethode bieten wir folgende Weichmacher für Ihre Analyse an:

 

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